Folgt auf Regen Sonnenschein ?

Anreise-Abend:
Nach unterschiedlich langen Anreisen sind wir Sonntag Abend alle rechtzeitig bei Sebastians Eltern in der Nähe von Dietmannsried angekommen. Die erste Frage die jedem durch den Kopf schießt: können wir hier auch zwei Wochen Urlaub machen? Während die einen mit Fahrradreparaturen beschäftigt sind, packt der Rest seine wenigen Habseligkeiten in die Gepäcktaschen und genießt das ländliche Idyll. Für einen perfekten Auftakt haben wir Zimmer mit Bettdecken, warmes Wasser und werden von Sebastians Eltern aufs äußerste verwöhnt. Sicherlich steigen wir mit gemischten Gefühlen ob der kommenden Tage ins Bett: wie läuft der erste Tag, direkt mit Mitfahraktion und Pressetermin? Hört es auf zu regnen? Wie steuere ich so ein schweres Tandem….?

Tag 1:
Nach einem gemeinsamen Frühstück fahren wir früh um 8 Uhr mit mehr oder weniger großen Schwierigkeiten, das Fahrrad mit Gepäck und Mitfahrer in Schwung zu bringen, los Richtung Kempten. Dort startet die erste Mitfahraktion bis nach Isny, bei der uns das Wetter wohlgesonnen war. In Isny konnten wir uns nach dem Pressetermin noch mit einer Gruppe von Erwachsenen, die eine psychische Erkrankung haben, unterhalten. Die Weiterfahrt hat uns mit Heuduft in der Nase über sanfte grüne Hügel bis nach Willatz geführt, wo uns ein Schreiner freundlicher Weise seine Scheune und Wiese als Nachtlager zur Verfügung stellte. Nachdem wir mit ihm und seinem Sohn die eine Scheunenhälfte leer geräumt hatten, brachte er uns sogar noch Biertisch und -bänke für eine perfekte Essgelegenheit im Trockenen. Nach einer ersten Outdoordusche und einem leckeren Abendessen saßen wir noch auf der Wiese und haben den Gewitterblitzen in der Ferne zugeschaut, bevor wir in unsere Zelte gekrochen sind. Die erste Nachthälfte wurde der ein oder andere von uns vom tobendem Sturm geweckt, der das Tarp an die Zeltwände gepeitscht hat.

Tag 2 und ff. kommen nach den Bildern!


Tag 2:
Der bedrohlich nach Regen aussehende Himmel lässt uns die Zelte blitzschnell nach dem Aufwachen abbauen. Nach dem Frühstück die Gretchenfrage: hört es auf zu Regnen oder nicht? Irgendwann beschließen wir einfach Regensachen anzuziehen und loszuradeln. Aus einem kurzen Tschüß- und Dankesagen beim Schreiner wird ein etwas längerer Aufenthalt, da ein Kettenblatt wieder gerade gehämmert werden muss, da eine Schnur hineingeraten ist und es verbogen hat…manchmal sind Sebastians Ansagen, wo was verstaut und wie befestigt werden soll, eben doch sinnvoll (Sarah)….
 
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12.07.2014

Der Weg nach München ist kurz und grün.

Auf einmal steht vor uns der Boris, der leider wegen Krankheit aussetzen musste. Hinter ihm ist bereits das Hostel. Es wird unsere Heimat für eine Nacht werden. Nach dem Ritual des Abladens checken wir ein und nutzen das Vorhandensein einer Waschmaschine… Auch die nassen Zelte werden in der Sonne getrocknet. Am Abend ist noch eine Pressekonferenz vom Bündnis gegen Depression geplant. Da die zugesagten Pressevertreter nicht erscheinen, können wir die leckeren Schnittchen allein essen. Zu guter Letzt werden wir noch auf ein opulentes Abendmahl von Joachim eingeladen!
Der nächste Morgen ist wieder ausgefüllt mit Packen und Frühstücken, diesmal statt unter freiem Himmel im Saal mit lauter Gruppen von Jugendlichen aus aller Welt. Die Räder werden reisefertig gemacht. Nun warten wir noch im Hostel, bis wir uns dann zum Rotkreuz-Platz aufmachen. Dort werden wir mit vom Bündnis, Diakonie, Radlhauptstadt München und ADFC begrüßt.

Text (von Peter und Christof) geht unten weiter!

Eine fetzige Gruppe trommelt die Leute, trotz beständigen Regens, in Stimmung. Dann folgt die Verabschiedung und los geht es in das schöne Starnberg. München scheint vom Lenker aus eine sehr grüne Stadt zu sein. In Starnberg dann großer Bahnhof für unsere kleine Gruppe. Wir werden empfangen mit Getrommel und reichlich Brezeln, die als M wie Mood-Tour geformt worden sind. Als Extra lädt uns die Bürgermeisterin ins Hallenbad ein. Wir genießen Whirlpool und Riesenrutsche. Alles mit See- und Alpenblick. Der Blick auf die Alpen wird uns in den nächsten Tagen begleiten. Bei Seeshaupt am Starnberger See werden die ersten 1000 km der Tour erreicht. Nach einem Bad im See fahren wir in Richtung Peiting. Wir übernachten auf einer Wiese mit tollem Panorama der Alpen und einer Art Kloster auf einem Berg. Weiter fahren wir zur der Wieskirche. Die Landschaft wird hügliger, sie sieht ursprünglicher aus. Der Dialekt der Einheinischen klingt in unseren Ohren wie Schwyzerdütsch. Wir zelten an Forggensee. Kühe mit Glocken sind auf einer Wiese, die Glocken klingen wie Windspiele. Plötzlich kommt Sturm auf, wir machen die Zelte sturmsicher und sehen den Regen in der Ferne über den Alpen. Da es wir befürchten, dass der Regen zu uns kommt, essen wir zum ersten Mal auf unserer Etappe beengt in einem Zelt. Der folgende Morgen ist wunderschön. Wir fahren weiter nach Füssen und steigen in den Zug nach Kempten. Die zweite Panne der Tour: Ein Kettenblatt ist abgefahren. Danach fahren wir die letzten 8 km, die leichten Steigungen nehmen wir in der Gewissheit, dass das Ende naht. Auf dem Bauernhof von Sebastians Familie werden wir schon erwartet.

08.07.2014

Schauff-Neu vorne links außen!

Wir haben unsere Etappe in Nürnberg begonnen. Die ersten Tage waren anstrengend. Körperlich sind wir an unsere Grenzen gelangt, aber auch vom Kopf her waren wir gefordert, Wir mussten eine neue Sprache lernen: Pino VL vorne, Schauff-Alt HL. Die zwölf Taschen waren ein Mysterium. Wo ist das Toilettenpapier? Schauff-Neu vorne links außen. Neu waren auch Begriffe wie Opinel, Strapsies, SPD Klickies, Vorbau.
Beim Wild-Campen sollten alle Handgriffe sitzen. Beim Abbauen ist bei einigen Zelten zu beachten, dass das Außenzelt nicht vom Innenzelt getrennt werden darf.
In der Emo-Runde werden die gruppendynamischen Probleme des Tages besprochen.
Für einige ist Reden gold.
(Assoziierte Beiträge von Kristina und Christof)

Mit sechs Leuten durch Süddeutschland. Schlafen in der freien Natur. Gemeinschaft erleben. Seine Grenzen erfahren und dieselben erweitern. Eine Gruppen werden, Abends mit einfachen Mitteln gesund und lecker essen. Gespräche mit der lokalen Presse. Manchmal Sonnenschein, aber auch ganze Regentage. Gemeinsam den Weg suchen, direkt und mit Umwegen. Sehr oft erhielten wir herzlich Unterstützung. Wir fragten Wendelin nach dem Weg zu einem Schlafplatz und er führte zu seiner Wiese und Gaby bracht dann noch Kuchen. Das geschah gleich an mehreren Tagen so. Eine einzige Reifenpanne hatten wir am Montag früh. Durch Missverständnisse warteten wir aufeinander, dass der jeweils andere doch kommen möge….
Eine Verstimmung in der Gruppe aus dem nichts…
Leider mussten wir nun schon auf zwei Teilnehmer zeitweise verzichten. Einmal wegen körperlicher Erkrankung einmal wegen eines Trauerfalls in der nahen Verwandtschaft.
Heute am Montag Abend sind wir nahe der Isar 25 km weg von der Landeshauptstadt Bayerns.
Morgen geht es dann zum Pressegespräch nach München.
Wir schlafen in einem zentral gelegenen Hostel. Da könnten unsere Sachen endlich wieder sauber -und wichtiger noch – trocken werden;-). Immerhin sagt die Prognose uns höhere Temperaturen und weniger Regen für die Südkurve durch Deutschland voraus.
Der Regen lässt nach die Vögel zwitschern, aber leider dröhnen auch die Düsenflieger des Münchener Flughafens fast durchgängig über uns hinweg.
Am Mittwoch werden wir gemeinsam mit einer ADFC Gruppe vom zentralen Rot Kreuz Platz eine 2 Stunden Tour zum Starnberger See machen.
Fortsetzung folgt…
(Peter)

Zunächst ein paar Bilder der Etappe 1 und dann die der 2!

30.06.2014

Eine Woche on tour – Bayreuth

Tag 4, Etappe 1, Dienstag, den 17. Juni 2014
Nach einem üppigen Frühstücksbuffet im originell gestalteten Radhof, neben Erfurts Augustinerkloster, starteten wir, gut gestärkt, in den sonnigen Tag. Mit dem Wetter haben wir Glück. Es hat bisher noch nicht geregnet. Gut, daß wir Sonnencreme mit verschiedenen Lichtschutzfaktoren dabei hatten. Nachts wurde es allerdings bitterkalt. Wir waren froh über unsere Fleece-Inlets für die Schlafsäcke.
Die Fahrt verlief erlebnisreich und interessant. Die Thüringer Landschaft wirkte auf uns sehr reizvoll. Nur manchmal fluchten wir ein wenig über die Berge, die uns viel Kraft kosteten. An einigen Stellen mussten wir die Räder sogar schieben. Nach 50 km erreichten wir Döllstedt. Ein kleiner Junge, den wir nach einem geeigneten Zeltplatz fragten, erzählte uns von einem kleinen Teich, an dem man angeln und auch zelten könne. Schnell erreichten wir, nach der präzisen Wegbeschreibung des Jungen, einen idyllischen, schilfumwachsenen See. Nach ausgiebigem Bad im See genossen wir einem leckeren Eintopf, den unsere beiden begabten Hobbyköche für uns zauberten. Ein Bauer war so freundlich, uns mit Trinkwasser zu versorgen. Auch unsere praktische Outdoordusche kam wieder zum Einsatz. Beim Lagerfeuer wurde noch viel erzählt.

Unter den Bildern gehts es weiter…

Tag 6, Etappe 1, Donnerstag, den 19. Juni 2014
Pünktlich sind wir von unserem rauschenden Wildbächlein losgefahren. Ein kühles Bad im nur ca. 30 cm tiefen Bachbett erforderte einige Verrenkungen. Als sehr praktisch erwiesen sich Sebastians neue knallrote Crocs-Gummischuhe, während locker sitzende Flip-Flops fast von der Strömung fortgespült wurden. Wir kämpften uns die Berge hoch und genossen die rasanten Abfahrten. Bis auf 40 km/h wurden unsere Tandems dabei beschleunigt. Bei einer Mittagspause in einer kleinen Schmiedeberger Bäckerei plünderten wir die Kuchenauslage und luden unsere technischen Wundergeräte auf.
Auf Wunsch unserer Hobbyköchin kehrten wir abends in ein italienisches Restaurant ein. Der Kellner, der seit 21 Jahren sein Restaurant in Thüringen betreibt, nahm die Bestellung ohne aufzuschreiben auf und servierte uns leckere Pizzen korrekt und sogar mit Sonderwünschen.
Gestärkt radelten wir noch etwas weiter und zelteten auf einem Pferdehof in Oberlind. Wir wurden dort sehr freundlich aufgenommen und verbrachten eine ruhige Nacht bei leichtem aber nicht störendem Nieselregen. Am nächsten Morgen probierten die schönen Pferde des Reiterhofes, ob unsere Lenkerhörnchen gut schmeckten. Schnell retteten wir unsere Tandems und starteten Richtung Kronach, wo wir einen Pressetermin absolvieren wollten.

Tag 8, Etappe 1, Samstag, den 21. Juni 2014
Schon in der Nacht vom Freitag auf Samstag ging es einer Teilnehmerin gesundheitlich nicht gut. Eine Weiterfahrt war für sie nicht möglich. Auf dem Pino brachten wir die Erkrankte in den nächsten Ort. Dort fuhr sie im Taxi zum nächsten Übernachtungsplatz, den Forkenhof in Theta, wo sie sich ausruhen konnte.
Wir anderen radelten weiter bis zum Forkenhof, wo wir zwei weitere Teilnehmerinnen verabschiedeten, die nur eine Teilstrecke mit uns gefahren sind.
Während des Zeltaufbaus, watschelten drei kleine Entchen um die Zelte und beäugten diese, im Wind flatternden Ungetüme, mißtrauisch. Freundlicherweise durften wir die gut ausgestattete Küche des Hofes benutzen. Nach den vielen Übernachtungen, Koch- und Duschaktionen unter freiem Himmel kam uns die komfortable Sitzgelegenheit und die warme Dusche richtig luxuriös vor. Am ca. drei Meter hohen Lagerfeuer auf dem Brennplatz des Forkenhofes liessen wir den erlebnisreichen Tag ausklingen.

Tag 9, Etappe 1, Sonntag, den 22. Juni 2014
Nachdem uns heute um 5.30 Uhr die hungrigen Hühner und Enten geweckt haben, packten wir, natürlich nicht ohne vorher ein gesundes Frühstück mit Bioprodukten und selbst gepflückten Blaubeeren zu geniessen, unsere sieben Sachen und schwangen uns auf die Räder. Das Einpacken ging inzwischen schon viel schneller, als am Anfang. Jeder hat ein Aufgabengebiet, für das er zuständig ist. Ein Teilnehmer packt z.B. immer die Schlafsäcke in die “Wurst”, ein großer wasserdichter Packsack, der quer über den Gepäckträger gespannt wird. Unsere Erkrankte Teilnehmerin musste die Tour leider abbrechen, da es ihr immer noch sehr schlecht ging. Der Abschied fiel uns allen sehr schwer, da wir inzwischen schon ein prima Team sind. Wir vermissten sie sehr und machten uns auch Sorgen um ihre Gesundheit.
Um 10 Uhr erwarteten uns, nach einem kurzen Pressetermin mit Interview und Fotos, die gut gelaunten ADFC-Radler und Radlerinnen aus Bayreuth. Es wurden viele Fragen gestellt und auch Bewunderung über unsere Aktion ausgesprochen. Bei Wolfsbach trennten sich dann unsere Wege und wir fuhren, nun zu viert auf drei Tandems, weiter. Morgen wollen wir Nürnberg erreichen.

Autorin:Karo

22.06.2014

ERSTER Tag der 2014er MOOD TOUR

Der 1. Tag der MOOD – Tour startete erlebnisreich mit einem Aktionstag in Leipzig. Viele Interessierte verweilten kurz oder auch länger an den aufgebauten Ständen oder lauschten den Klängen der Band (s.Foto). Dann konnte es endlich losgehen. Noch rasch einige Startfotos, dann fuhren wir in einer großen Kolonne mit ca. 50 Mitradlern Richtung Weißenfels. Zunächst von einer sehr engagierten Polizeieskorte begleitet, unter ihnen ebenfalls 3 Radler, fuhren wir von 3 Tourenleitern des ADFC angeführt, bis nach Weißenfels. Hier nochmal ein herzliches Dankeschön sowohl an die Polizei als auch an den ADFC für die wunderbare Betreuung. Kurz hinter Weißenfels fanden wir einen traumhaften Platz, direkt an der Saale gelegen. In dieser idyllischen Umgebung schlugen wir nach einem Bad im Fluß und einem ausgiebigen selbst zubereiteten 3-Gänge Menü unsere Zelte auf. Ausgeruht, mit voller Erwartung und bei herrlichem Sonnenschein starten wir jetzt Richtung Naumburg.

Hier die ersten 20 Bilder unseres Aktionstages Leipzig-Weißenfels…

15.06.2014